Ziel 2022: Jeden Monat 1 Buch – Januar

Mein Januar Ziel: Eine Biografie

Eines meiner Ziele für 2022 ist jeden Monat ein Buch zu lesen. Es sollen mindestens 12 in diesem Jahr werden. Hier grenze ich nicht den Umfang des Buches ein; es kann daher ein dicker Schinken, aber genauso gut ein schmales Büchlein sein. Ein Buch? Was ist das für ein Ziel? Wieso das überhaupt? Und welche Bücher kommen in Frage?

Bücher,

  • die mich weiterbringen
  • die andere Denkmuster aufzeigen
  • die mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun haben
  • dich sich mit Finanzen, Anlagestrategien, Steuern und so weiter beschäftigen
  • die das Leben interessanter Persönlichkeiten erzählen

Etwas zum „Abschalten“ wie ein Roman oder Krimi darf natürlich zusätzlich sein, zählt aber nicht in die Bewertung rein.

Ein Buch habe ich mir auch auferlegt, weil ich weiß, dass das machbar ist. In diesem Jahr habe ich noch so viele andere Dinge, die ich erreichen und machen möchte, was alles eine steile Lernkurve verspricht. Daher möchte ich mir hier nicht zusätzlichen Stress bereiten, aber dennoch einen Ansporn verspüren.

Da der Januar klassischer Weise einer der stressigsten Monate im Jahr ist, habe ich mir daher ein leichtes, inspirierendes Buch mit über 530 Seiten ausgesucht….

Mein Buch im Januar: „Becoming – Meine Geschichte“ von Michelle Obama

Die kraftvolle, intime und inspirierende Autobiografie der ehemaligen First Lady der USA

In diesem Buch erzählt sie nun erstmals ihre Geschichte – in ihren eigenen Worten,offen und humorvoll – eben auf ihre ganz eigene Art. Michelle Obama nimmt uns mit in ihre Kindheit, in ihr Leben in der Southide von Chicago. Sie erzählt von ihrem Studium in Princeton, wo sie lernen sollte wie es sich anfühlt, die einzige schwarze Frau im Raum zu sein, sowie von ihren Erfolg als junge Unternehmensanwältin in Chicago zu arbeiten. Während dieser Zeit kreuzt ein Jurastudent namens Barack Obama in ihrem Büro auf und stellt all ihre sorgsam aufgestellten Pläne auf den Kopf.  

Michelle Obama beschreibt wie sie ihr Berufs- und Familienleben mit der politischen Karriere ihres Mannes vereint. Sie spricht auch über private Diskussionen, zum Beispiel ob er für das Präsidentenamt kandidieren solle. Sie nimmt uns mit auf ihre persönliche Reise und berichtet von all den Erfahrungen, die sie zu der Frau gemacht haben, die sie heute ist. Wir erfahren wie sie zu einer Fürsprecherin für die Rechte von Frauen und Mädchen in der ganzen Welt wurde, wie sie in ihrer Rolle als erste afro-amerikanische First Lady oft Kritik erntete und sich gleichzeitig für einen gesünderen und aktiveren Lebensstil in der amerikanischen Gesellschaft einsetzte. Sie gibt Einblicke in private Momente der First Family und der Erziehung ihrer beiden Töchter unter den Augen der Öffentlichkeit. 

Sie spricht offen über Erfolge, Enttäuschungen und Momenten voller Schmerz – sowohl von den privaten als auch den öffentlichen. Die Autobiografie zeigt die Frau dahinter, die immer wieder danach strebt, sie selbst zu bleiben und die ihre Kraft und ihre Stimme in den Dienst einer größeren Sache stellt. In der Art und Weise, wie sie ihre Geschichte erzählt gibt sie uns allen eine Herausforderung mit: Wer sind wir – und wer möchten wir werden?

 

Zitate und Inhalte aus dem Buch, die ich mitgenommen habe und inspirierend finde:

  • „Die alten Fragen, wer ich war und was ich im Leben sein wollte, rückten für mich nun wieder stärker in den Vordergrund und gingen mir jetzt regelmäßig durch den Kopf.“  (Seite 246)
  • Sie zeigt generell wie Netzwerke und Mentoren eine große Rolle in ihrem Leben und im Leben ihres Mannes spielen, welche beide im Laufe der Jahre unter anderem durch zahlreiche Jobs aufgebaut haben.
  • Gedanken zu einem ihrer Vorstellungsgespräche: „Doch selbst wenn es nicht klappen sollte, war ich froh, dass ich meine Bedingungen und Bedürfnisse klar formuliert hatte. Es verlieh mir Kraft, es laut auszusprechen.“   (Seite 266)
  • „Stattdessen versuchte ich es mit einer anderen Sichtweise: Es war durchaus möglich, dass ich für mein Glück mehr Verantwortung übernehmen könnte, als ich derzeit zuließ.“    (Seite 271)
  • „Stefanie riet mir, mich bei meinen Auftritten an meine Stärken zu halten und an die Dinge zu denken, über die ich am liebsten sprach:….“    (Seite 346)
  • „Selbstvertrauen, das hatte ich damals begriffen, muss man manchmal aus sich selbst ziehen. Bis heute wiederhole ich, wenn ich wieder einmal einen Berg bezwingen muss, folgende Sätze: Bin ich gut genug? Ja, bin ich.“      (Seite 364)
  • „Wer die eigene Rolle nicht selbst definiert, bekommt von anderen schnell eine falsche zugeschrieben.“  (Seite 365)
  • „Man konnte in der Welt leben, wie sie war, und gleichzeitig weiter daran arbeiten, sich die Welt zu erschaffen wie sie sein sollte.“   (Seite 504)
  • „Mit Würde hatten wir stets alles überstanden. […] ‚When they go low, we go high’…“ (Seite 520)
  • Werden verlangt Geduld und Strenge zu gleichen Teilen. Werden heißt, niemals von den Gedanken abzulassen, dass man noch weiter wachsen muss.  (Anmerkung: Werden = Becoming, wie der Buchtitel) (Seite 535)

Meine Gedanken… oder: hier gebe ich meinen eigenen Senf dazu

Michelle Obama, erste afro-amerikanische First Lady der USA, ist eine beeindruckende Frau der Gegenwart. Im letzten Jahr bin ich durch Zufall auf ihren Podcast gestoßen, in dem sie offen und humorvoll die unterschiedlichsten Themen anspricht. Leider gibt es nicht sehr viele Folgen, aber diese fand ich zum großen Teil spannend. Lässt sich auch gut beim Kochen oder Autofahren hören und so bekommen diese Zeiten gleich etwas mehr Qualität. 😉 Irgendwo habe ich eine Buchempfehlung von „Becoming“ gesehen, weiß aber nicht mehr wo.

Das Buch kann ich mir auch gut als klassischen Hollywood-Film vorstellen, ist es doch sehr positiv und patriotisch geschrieben. Ob man das nun mag oder nicht und wieviel man für sich inhaltlich daraus zieht, muss ja jeder selbst entscheiden. Ich bin da neutral eingestellt und konzentriere mich da eher auf die Kernaussagen. Je nach aktueller Lebenssituation ist es sicherlich unterschiedlich, welche Zitate und Inhalte man für sich mitnimmt.

Fakt ist aber, dass Michelle Obama einiges in ihrem Leben geleistet, gelernt und Erfahrungen gemacht, die sie zu der Frau haben werden lassen, die sie heute ist. Sie und ihre Familie haben Geschichte geschrieben, als sie als erste „schwarze“ Familie im Weißen Haus eingezogen sind. Ihre Persönlichkeitsentwicklung zeigt auch, vor welchen Herausforderungen Menschen, insbesondere Frauen, in ihrem Leben stehen.

Auf die letzte Message fokussiert habe ich die obigen Inhalte und Zitate ausgewählt. Wir stehen immer wieder vor den gleichen Fragen im Leben. In jedem Lebensabschnitt von Neuem. Wir dürfen Meinungen ändern, alte Wege verlassen und uns von hinderlichen Glaubenssätzen verabschieden. Wir müssen sogar im Leben immer wieder neue Wege beschreiten um über uns hinauswachsen zu können.
Ist es nicht irgendwie beruhigend zu wissen, dass Menschen, denen man großes Selbstvertrauen zuordnet, auch an Punkten stehen wo sie manchmal inne halten? Dass selbst eine ehemalige First Lady sich immer wieder das eigene Selbstvertrauen aus sich selbst heraus aufbauen muss? Sie sind mutig trotz der Zweifel. Sie erkennen sie, nehmen sie bewusst wahr und gehen (trotzdem) den nächsten Schritt. Denn sie fokussieren sich auf ihre STÄRKEN!

„Bin ich gut genug? Ja, bin ich.“

Mein 2. Buch im Januar: „Twelfth Night / Was ihr wollt“ von William Shakespeare

Tatsächlich habe ich trotz der vielen Seiten „Becoming“ im Januar schnell fertig gelesen. Nun war noch soviel Monat übrig… und da fiel mir die  Ausgabe von „Twelfth Night / Was ihr wollt“ in die Hände, die schon etwas länger bei mir liegt.

William Shakespeares „Was ihr wollt“ zählt zu den bedeutendsten Werken der Weltliteratur. Ich habe es in der zweisprachigen Ausgabe gelesen, in der Seite für Seite der original Text in englischer Sprache mit der textgenauen deutschen Übersetzung gegenüber gestellt ist. Auch wenn dieses Mal nicht am Ende ein Theaterstück auf meinen Besuch wartete, hielt mich das nicht ab meinem Spaß an Klassikern und an Englisch nachzugehen.  Doch worum geht’s?

 

Amüsantes Verwechslungsspiel

Shakespeare spielt mit dem Thema des Verkleidens, Maskierens und Verwechselns und kreierte die Handlung so verschlungen, dass der Leser konzentriert sein muss, um die Annahmen der Figuren über die junge Schiffbrüchige Viola zu verfolgen.

„Viola hat ein Schiffsunglück vor der Küste Illyriens überlebt, bei dem ihr Zwillingsbruder Sebastian ums Leben gekommen zu sein scheint. Viola beschließt, als Knabe verkleidet in die Dienste des Herzogs Orsino zu treten, der über Illyrien herrscht. Orsino ist unsterblich verliebt in die Gräfin Olivia, die aber aus Trauer um ihren verstorbenen Bruder sieben Jahre lang ihr Gesicht verschleiern und die Gesellschaft von Männern meiden will. Die als Mann verkleidete Viola, die sich jetzt Cesario nennt, gewinnt rasch die Gunst Orsinos und wird von ihm beauftragt, seine Liebesbotschaften an Olivia zu übermitteln. Olivia verliebt sich jedoch in den „jungen Mann“ Cesario, während Cesario/Viola Gefallen am Herzog gefunden hat. Die Ereignisse überschlagen sich, als Sebastian – der den Schiffbruch überlebt hat – auftaucht und für Cesario gehalten wird.“

„Ein wesentliches komisches Element dieser Komödie entsteht aus der Tatsache, dass zu Shakespeares Zeit auch Frauenrollen auf der Bühne ausnahmslos von Männern gespielt wurden. Die von Shakespeare entwickelten Konstellationen, nach denen dann letztlich ein Mann eine Frau spielt, die sich wiederum als Mann ausgibt, ziehen leitmotivisch viele Gags nach sich. Typischerweise ist dem Publikum dabei durch sein Vorwissen um die Entwicklung der Geschichte klar, welcher Charakter wer ist und als wer er sich ausgibt; die Figuren in Was ihr wollt hingegen verkennen die Identität ihrer Gegenüber oftmals – mit entsprechenden Folgen.“ (Quelle: Wikipedia)

 

Historischer Fun Fact

Der Originaltitel Twelfth Night, also „Zwölfte Nacht“, deutet auf die letzte der zwölf Raunächte zwischen dem 25. Dezember und dem Epiphaniastag am 6. Januar hin, der das Ende der traditionellen Weihnachtszeit markiert. In England steht er symbolisch für karnevaleske Scherze, die in dieser Zeit traditionellerweise begangen werden. Ausschweifungen, Maskenspiel, Kleidertausch von Mann und Frau, die Umkehrung der Herrschaftsverhältnisse von Herr und Knecht: All diese närrischen Aktivitäten bestimmen die Raunächte – und passen natürlich hervorragend zum Inhalt der Komödie. Der Untertitel What you will wurde in der deutschen Ausgabe zum alleinigen Titel, weil es für die zwölfte Nacht keine Entsprechung im hiesigen Volksbrauchtum gibt. (Quelle: getabstract.com)

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