Steuererklärung – Verschenke kein Geld!

Steuererklärung - Verschenke kein Geld!

Verschenke kein Geld! Das Statistische Bundesamt gab bekannt, dass im Durchschnitt bis zu 1.051€ vom Finanzamt erstattet werden.

Zeit, sich um die Steuererklärung zu kümmern!

Wenn du dich lieber selber durch diese Aufgabe kämpfen magst, habe ich heute ein paar Tipps und Hinweise für dich.

Falls du lieber einen Steuerberater beauftragen willst, schau dir auch meinen Blogartikel an: Wie finde ich einen geeigneten Steuerberater? So geht’s!

Gehörst du zu denjenigen, die genervt auf diese Aufgabe schauen und sie auf den letzten Drücker machen? Oder bist du da eher entspannt und denkst: „Okay, mache ich mich mal dran“?

Welchen der beiden Wege du auch wählst (selber machen oder Steuerberater beauftragen), verschenke kein Geld!

 

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Wusstest du das? Mit Geburt sind wir bereits steuerpflichtig. Also wundert es nicht, wenn neben der Geburtsurkunde auch eine besondere Glückwunschkarte im Briefkasten liegt – das Schreiben mit der persönlichen Steueridentifikationsnummer des Kindes.

Während die Kleinen wachsen und gedeihen, geben wir für sie in der Regel keine Steuererklärung ab. Aber wann muss ich denn eine Steuererklärung abgeben, wenn ich steuerpflichtig bin? Wir unterscheiden zwischen Nicht-Arbeitnehmern und Arbeitnehmern:

1. Nicht Arbeitnehmer:

Hierunter fallen alle Personen, die keinen Arbeitslohn beziehen (wie Rentner oder Vermieter). Das Finanzamt erwartet hier immer dann eine Steuererklärung, wenn die Einkünfte des Steuerzahlers über dem Grundfreibetrag des jeweiligen Veranlagungszeitraums liegen. Dieser liegt für 2021 bei 9.744 € und für 2022 erhöht er sich auf 9.984 €. (Für Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner, die ihre Steuererklärung gemeinsam abgeben, gilt übrigens der doppelte Betrag.)Bis zur Höhe des Grundfreibetrags bleibt das Einkommen komplett steuerfrei.

 

2. Arbeitnehmer:

Arbeitnehmer müssen zwingend eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Es liegen Nebeneinkünfte von mehr als 410 € vor, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterlegen haben. Hierunter fallen beispielsweise Einkünfte aus Vermietung oder aus einer selbständigen Tätigkeit.
  • Ein Arbeitnehmer hat gleichzeitig mehrere Arbeitgeber, von denen er Gehalt bezogen hat.
  • Der Arbeitnehmer hat beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für 2021 gestellt.
  • Ein Arbeitnehmer ist verheiratet und es wurde die Steuerklassenkombination III/V gewählt oder Steuerklasse IV mit Faktor.
  • Es wurden Lohnersatzleistungen (Krankengeld, Elterngeld, Arbeitslosengeld) von mehr als 410 Euro bezogen.
  • Der Arbeitnehmer hat eine Abfindung oder Gehaltszahlungen für mehrere Jahre bekommen und der Arbeitgeber hat diese Zahlungen ermäßigt nach der so genannten Fünftelmethode besteuert.

 

Abgabefrist für die Steuererklärung 2021

Wegen der anhaltenden Pandemie sollen die Fristen für die Einreichung der Steuererklärung 2021 erneut verlängert werden. Unterscheiden müssen wir wie folgt:

Abgabefrist für nicht vom Steuerberater betreute Personen: 30. September 2022

Die Frist endet in der Regel Ende Juli des Folgejahres und wurde für die Steuererklärung 2021 um zwei Monate verlängert.

Abgabefrist für vom Steuerberater betreute Personen: 30. Juni 2023

Hier endet die Erklärungsfrist für den Besteuerungszeitraum 2021 erst am 30. Juni 2023 statt regulär am 28. Februar 2023, für Land- und Forstwirte endet die Frist am 30. November 2023.

 

Unterlagen für die Steuererklärung

Egal, ob du dich selber um die Abgabe kümmerst oder einen Steuerberater beauftragst, du musst erstmal deine Unterlagen sammeln und sortieren. Gerade am Anfang des Jahres trudeln die verschiedenen Bescheinigungen ein: von Banken und Versicherungen, vom Arbeitgeber und so weiter. Wo landen sie bei dir? Schublade? Oder gleich gesammelt und dann im Ordner?

Es hilft hier schon mal, wenn du die Unterlagen, die du für deine Steuererklärung benötigst, zusammen an einem Ort sammelst. Andere Briefe, die am Jahresanfang kommen, die nichts mit der Steuererklärung zu tun haben, am besten gleich aussortieren. Wenn diese nicht direkt in die Ablage „P“ – also Papierkorb – können, dann sammel diese woanders und trenne sie von den Unterlagen für die Steuererklärung. Wenn du zwischendurch immer mal wieder ablegst, ist dieser Stapel auch nicht immer so ein „Berg“ voller Chaos.

Die Unterlagen, die du für die Steuererklärung benötigst, sind Jahresbescheinigungen des abgelaufenen Jahres. Ich finde es sinnvoll, wenn diese gleich separat aufbewahrt werden oder am besten direkt in einen Ordner abheftest. Die Königsdisziplin wäre, wenn du sie eh schon einmal in der Hand hast, dann gleich nach Thema abheftest: also alle Versicherungen, Spendenbescheinigungen, Werbungskosten, Arztrechnungen und Rezepte hintereinander und nicht durcheinander. Vorteil ist, dass du direkt einen Bereich nach dem anderen in deiner Steuererklärung abarbeiten kannst.

Beim Abheften oder Sammeln nach dem Motto „Hauptsache weg“ bedeutet nur, dass du sie dann noch ein zweites Mal in die Hand nehmen und sortieren musst.

 

Steuererklärung abgeben

Kann ich die Erklärung selbst abgeben?

Mit einer überschaubaren Steuererklärung, also wenn du z.B. nur Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit hast, kannst du relativ einfach deine Steuererklärung abgeben. Je nachdem welche Leidenschaft in Bezug auf Steuern und / oder welches Vorwissen du mitbringst, kannst du durch geeignete Softwaretools auch mit mehr als nur einer Einkunftsart (Nichtselbständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinkünfte etc.) nutzen.

Mit den nötigen Hilfsmitteln ist das heutzutage technisch meistens recht einfach. Beachte nämlich, dass eine Abgabe verpflichtend elektronisch erfolgen muss. Es kann nur in wenigen Ausnahmefällen noch in Papierform eingereicht werden.

Geeignete Software hilft

Wenn du deine Steuererklärung selbständig machen willst, hast du dich schon um die technischen Voraussetzungen gekümmert? Wenn du das erste Mal abgibst, gehe sicher, dass du dich auf dem Portal der Finanzverwaltung (Elster-Online) rechtzeitig informierst und registrierst. Die Zusendung deiner Zugangsdaten erfolgt aus Sicherheitsgründen nochmal per Post, sodass du nicht gleich starten und direkt versenden kannst.

Wenn du deine Zugangsdaten hast, musst du dich entscheiden, wie du abgegeben willst:

1. Elster-Online bietet eine Eingabemaske, von der du direkt ohne Zusatzkosten auch deine Daten versenden kannst. Ich habe hierzu unterschiedliche Meinungen gehört, von „kompliziert“ bis „kein Problem“. Da ich Elster-Online nicht direkt über das Portal nutze – weder für meine Mandanten noch für meine eigene Steuererklärung – kann ich keine Empfehlung abgeben.

 

2. Es gibt eine gute Auswahl an Steuererklärungssoftware, die du in jeder Preisklasse bekommst. Die Software hat in der Regel einen Assistenten, der dir beim Ausfüllen der Daten hilft und dir auch Tipps zur Verfügung stellt.

Alle Softwareprodukte haben gemeinsam, dass du sie als Werbungskosten / Betriebsausgaben in deiner Steuererklärung geltend machen kannst. Beachte aber, das geht nur in dem Jahr, in dem du sie gekauft hast. Es gilt das Zufluss-/Abfluss-Prinzip (unter dem Link findest du meinen Blog-Quickie dazu): Software für die Steuererklärung 2021 kaufst du im Jahr 2022: Absatzbar sind die Kosten in 2022 und nicht in der Steuererklärung 2021.

Hör dich doch mal im Bekannten- und Freundeskreis um, wer hier was nutzt, und teste dann einfach mal selbst aus, mit welchem Programm du klarkommst.

 

Steuererklärung beauftragen

Sollten dir schon die obigen Zeilen Schweißperlen auf deine Stirn gezaubert haben, fühlst du dich vielleicht wohler, wenn du dir professionelle Hilfe holst. Welche Möglichkeiten hast du?

Lohnsteuerhilfeverein

Viele wissen gar nicht, dass neben dem klassischen Steuerberater auch Lohnsteuerhilfevereine diese professionelle Hilfe anbieten. Anzumerken sei aber, dass Lohnsteuerhilfevereine nur einem gewissen Personenkreis zur Verfügung stehen. Mitglied können Arbeitnehmer und Rentner werden; auch wenn sie zusätzliche Einkünfte (z.B. aus Vermietung und Verpachtung, Kapitalvermögen und sonstige Einkünfte) haben. Die Zusatzeinkünfte dürfen einen gewissen Umfang allerdings nicht überschreiten. Einzelheiten findest du auf der Homepage des Lohnsteuerhilfevereins und seinen Beratungsstellen.

 

Steuerberater

Liegen die Zusatzeinkünfte über den Grenzen oder liegen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus Gewerbebetrieb, aus selbstständiger Tätigkeit und umsatzsteuerpflichtige Einkünfte vor, dürfen Lohnsteuerhilfevereine per Gesetz nicht beraten.

Hier hilft dir dann der Steuerberater weiter. Lies hierzu meinen Blogartikel: Wie finde ich einen geeigneten Steuerberater? So geht’s!

Bettina Kuhn
Steuererklärung – Hast du auch schon abgegeben?

Fazit

Die Steuererklärung. 

Konnte ich dich bei einer durchschnittlichen Erstattung von 1.051 € motivieren, deine Steuererklärung anzugehen?

Mit der richtigen Vorbereitung bist du den ersten Schritt schon gegangen. Alles ist halb so schlimm und wie gesagt, gibt es die Möglichkeiten sich professionelle Hilfe zu holen. Überlege dir mal, ob es sich rentiert den Aufwand selber zu betreiben oder alles abzugeben. Hilfe zu holen ist nicht schlimm und im Zweifel für einen beruhigender. Auch wenn es etwas kostet, ist es dann vielleicht eine gute Investition.

 

Alle Jahre wieder… (nein, ich singe hier nicht das bekannte Weihnachtslied. Ich singe nur „Schneeflöckchen“ auf den Kanaren an einem lauen Sommerabend. Aber das ist schon lange her und eine andere Geschichte. 🙂 )

… mache ich meine Steuererklärung selber und in diesem Jahr ist sie sogar schon abgegeben. Nun warte ich auf den Steuerbescheid.

Verschenkst du Geld oder kümmerst du dich um deine Steuererklärung? Welchen Weg gehst du? Selbstständige Abgabe deiner Steuererklärung oder holst du dir Hilfe?

Lass es mich in den Kommentaren wissen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner